Ich will ein Meerschweinchen haben!

Kinder wünschen sich Tiere, sie möchten etwas zum Knuddeln und am Anfang auch etwas um selber Verantwortung zu übernehmen und dann, bald schon verlieren sie das Interesse ... das kann verschiedene Gründe haben.

 

1. Der Wunsch ist ein Wunsch und wurde nie zum Projekt:

     Sich Tiere anzuschaffen braucht Vorbereitung. Ja es braucht auch  

     eine Zeit der Vorfreude! nicht heute will ich - morgen krieg ich.

     Kinder sollen muteinbezogen werden in den Gehegebau, sie sollen  

     mitwirken dürfen und Ihre Ideen einbringen können.

 

2. Eltern teilen die Begeisterung der Kinder nicht - so    

    flacht auch das Interesse bei ihnen schnell ab

 

3. Tiere werden falsch und langweilig gehalten

     Zu kleine Haltung, Käfighaltung, langweilige Einrichtung, zu wenig  

      Tiere

 

4. Kinder sind mit der Verantwortung überfordert

    Oft wird die Tieranschaffung an Bedingungen geknüpft, welche die  

     Kinder noch nicht einhalten können. Kinder können nie die  

     Verantwortung und die Pflege von Tieren alleine tragen!

     Leidtragende sind dann immer die Tiere!

 

5. Falsche Vorstellung von den ausgewählten Tieren

    Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere, sie eignen sich  

    wunderbar zur Beobachtung und es braucht viel viel Geduld, bis sie  

    handzahm werden. Sie lieben es nicht herumgetragen zu werden!

 

6. Falsche Infos von Züchtern oder Verkaufsstellen, nicht  

    funktionierende Gruppenzusammenstellung

    Meerschweinchen leben in Gruppen. 2 Tiere zu halten macht für

     Halter und Tiere keinen Sinn. 2 Tiere sind ein Paar und keine

     Gruppe. Wir empfehlen mindestens 4 Tiere aufzunehmen. Dann

     wird die Haltung auch spannend - für Mensch und Tier!

     Dann ist es auch wichtig - Will man eine Kastratengruppe oder eine 

     gemischte Gruppe. Beides hat Vor- und Nachteile. Es braucht

     spezielle Grundvoraussetzungen, dass die Gruppe funktioniert.

 

Wie kann es gelingen 

vom Wunsch zum Projekt - vom Projekt zur Umsetzung

 

Ihr Kind wünscht sich "ein" Meerschweinchen? - was nun?

 

1. Fragen sie nach, was sein Interesse geweckt hat. Interessieren sie sich für seine Motive! 

2. Machen sie eine Zeit ab, wann sie darüber diskutieren. Geben sie dem Kind bis dahin eine Aufgabe: schreibe auf, was dir an Meerschweinchen gefällt, wie bist du auf die Idee gekommen ....

3. Lassen sie den Wunsch zum Projekt werden - das Kind soll sich mit dem Thema auseinandersetzten (Informationen suchen, was das Tier braucht, Plakate malen, Ideen aufschreiben ...) - allenfalls flacht dann das Interesse bereits wieder ab.

4. Sollte das Kind dran bleiben und auch sie bereit sein, sich auf das Projekt einzulassen - dann macht es Sinn mit dem Planen zu beginnen. 

5. Lassen sie das Kind mitarbeiten, Ideen anbringen - lassen sie es mitdiskutieren und bestimmen sie gemeinsam, wann das Projekt abgeschlossen ist (Bau des Geheges, Klärung Ferienbetreuung, wer wann füttert, mistet...) sprich, alles bereit sein wird für das Einziehen einer Meerigruppe.

6. Bauphase: Erkundigen sie sich, was, wo und wie sie im Garten bauen dürfen ohne Baugenehmigung (Bauten bis 120 cm sind in der Regel ohne Genehmigung erlaubt.). Denken sie daran, das Gehege solle oben und gegen unten gesichert sein (mehr dazu im Merkblatt, was Meerschweinchen brauchen).

7. Lassen sie das Kind mitbauen, Stall anmalen, Beobachtungsplätzli einrichten, Material für Aussengehege suchen im Wald ...

8. Nehmen sie genug früh Kontakt auf mit einer verantwortungsvollen Zucht - planen sie auf wann sie Tiere aufnehmen können. 

9. Besprechen sie mit ihrem Kind, wie sie sich gegenseitig motivieren können, wenn mal das Interesse an den Meerschweinchen sinkt. (Aussagen wie: siehst du, ich habs ja gesagt - oder Drohungen, wenn du jetzt nicht fütterst, geben wir die Tiere weg ... sind keine tollen Erziehungsmassnahmen und stärken ihr Kind nicht im Durchhaltevermögen und Selbstbewusstsein)

10. Sprechen sie an, dass jedes Lebewesen auch sterben wird. Das sind gute Gelegenheiten sich mit dem Thema Tod auseinander zu setzen.

 

 

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